Workshop, Kurzdoku und Diskussion von M-Latts e.V. // Deutsch

Samstag, 11. September 16:00 – 17:30
Palais Palett (Meschwitzstraße 9, 01099 Dresden)

Dieser Beitrag stellte die Arbeit der Wahrheitskommission in Kolumbien vor. Dieses Gremium ist eine offizielle Institution im aktuellen Friedensbildungsprozess des Landes. Die Kommission   wurde im Jahr 2016 als Ergebnis des Friedensvertrages mit der ehemaligen Guerilla-Organisation FARC und der Regierung gegründet. Ihr Ziel ist die umfassende, unabhängige Aufarbeitung der Vergangenheit des sehr gewaltvollen und mehr als 50 Jahre dauernden Konflikts im Land.Ihre Arbeit ist somit integraler Bestandteil eines im Friedensvertrag festgeschriebenen Systems für Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und soll einer Nichtwiederholung der Geschehnisse vorbeugen. Gesammelt werden schriftliche und mündliche Aussagen von Kolumbianer:innen darüber, was ihnen und ihren Angehörigen während des Konflikts widerfahren ist.
Die Veranstaltung thematisierte die Bedeutung derartiger Aufarbeitungsprozesse durch solche unabhängigen Wahrheitskommissionen, wie sie bereits in zahlreichen Konfliktregionen der Welt initiiert wurden – Und deren Arbeit, wie auch in Kolumbien, oftmals von den jeweiligen Konfliktparteien torpediert wird. Meist ist es für die Opfer die einzige Möglichkeit, direktes Zeugnis über das Geschehen und die an ihnen verübten Verbrechen abzulegen. Hierdurch bleiben sie Erzähler:innen der eigenen Geschichte bekommen die Möglichkeit, (an)gehört zu werden.
Die Veranstaltung verdeutlichte, inwiefern die Berichte und Veröffentlichungen solcher Kommissionen kollektive gesellschaftliche Denk-, Diskussions- und Konsolidierungprozesse anstoßen können und somit unersetzlicher Bestandteil von weltweiten Friedensbildungsprozessen sind.